Scientific Collaboration On Past Speciation Conditions in Lake Ohrid

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6. Juni
Der Abbau der Plattform begann am Montag und wurde heute zur Mittagszeit abgeschlossen. Das gesamte DOSECC-Equipment ist jetzt auf Lkw verladen und auf dem Weg nach Griechenland. Der mit Sedimentkernen voll beladene Kühlcontainer ist auf dem Weg nach Köln. Die SCOPSCO-Tiefbohrung ist beendet. Deshalb werden wir die nächsten paar Tage für eine vorbereitende seismische Untersuchung des Nachbarsees Prespa nutzen. Man weiß ja nie...

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3. Juni
Das sind die fantastischen Ergebnisse der Tiefbohrung:

DEEP site:
- total drill depth 2088.71 m
- total recovery 1526.06 m
- deepest drill depth 568.92 m blf
- composite field recovery 544.88 m / 568.92 m (95.77 %)

Cerava site:
- total drill depth 175.71 m
- total recovery 172.20 m
- deepest drill depth 90.48 m blf
- composite field recovery 87.86 m / 90.48 m (97.10 %)

Gradiste site:
- total drill depth 327.35 m
- total recovery 224.46 m blf
- deepest drill depth 123.41 m blf
- composite field recovery 114.07 m / 123.41 m (92,43 %)

Pestani site:
- total drill depth 194.50 m
- total recovery 177.90 m blf
- deepest drill depth 194.50 m blf
- composite field recovery 177.90 m / 194.50 m (91.45 %)

total drill meters : 2786.27 m
total recovered meters 2100.62 m (75.39 %)

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2. Juni
In den frühen Morgenstunden wurden die Anker der Plattform gelichtet. Ruhiges Wetter begünstigte das Schleppen der Plattform durch das HBI-Boot zum Strand. Um 15 Uhr begann am Strand der Abbau der Plattform. Die Tiefbohrung kommt zu ihrem Ende.

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1. Juni
Das Bohrloch an der PESTANI Bohrstelle wurde bis zu einer Sedimenttiefe von 194m gebohrt und zum Ende der Nachtschicht beendet. Die Sedimente waren tonhaltig und schlammig, aber wir wollten die Bohrlochvermesser auch noch zum Zug kommen lassen, bevor der Abbau der Plattform beginnt. Im Laufe des Tages fand die Bohrlochvermessung statt.

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31. Mai
Die Bohrung an der PESTANI Bohrstelle geht weiter. Nochmaliges Überprüfen der seismischen Daten ergab, dass die Tiefe bis zum Fels wesentlich tiefer ist als ursprünglich vermutet. Wer werden die Bohrung fortsetzen, bis uns das Bentonit ausgeht und dann mit der Bohrloch-Vermessung beginnen.

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30. Mai
Die Nachtschicht feierte am Ende des Tages den 2000. Meter Bohrkern. Wir sind nun bei 90m Sedimenttiefe an der PESTANI Bohrstelle und hoffen, dieses Bohrloch morgen abzuschließen.

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29. Mai
Die Bohrung geht weiter. Wir haben eines der Passagierboote hier auf dem See gechartert, um die Plattform von der GRADISTE Bohrstelle zur letzten Bohrstelle vor dem östlichen Ufer zu schleppen. Da wir noch immer technische Probleme mit zwei Ankerwinschen haben, hat es einige Zeit gedauert, zwei der vier Anker nach dem Sturm frei zu bekommen. In den späten Nachmittagsstunden war die Plattform jedoch an der neuen Bohrstelle verankert und die Bohrung begann mit der Nachtschicht. Alle sind glücklich, dass die Bohrung weitergeht und dass noch eine gute Chance besteht, einen letzten Kern von dieser Bohrstelle zu gewinnen. Die Wassertiefe beträgt hier 260m und unser Ziel ist, eine Sedimenttiefe von 150m zu erreichen. Die Bohrung wird spätestens am Sonntag (2. Juni) beendet, wenn die Plattform zum Abbau wieder an den Strand geschleppt wird.

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27. Mai
Ein Tag zur Erholung und um sich ein etwas genaueres Bild von den Schäden des Vortages zu machen. Am HBI-Boot werden erste Reparaturen durchgeführt und auch die Kaimauer vor dem Hotel muss wieder etwas aufgehübscht werden...

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26. Mai
Nach einem weiteren Tag (25.5.) mit Warten auf ruhigeres Wetter, erlebten wir einen der schlimmsten Tage hier. Motorprobleme am HBI-Boot, starker Wind und hohe Wellen führten dazu, dass das Boot 1-2 Stunden gegen die Kaimauer vorm Hotel schlug. Alle halfen, so gut sie konnten, um das Boot vom Betonsteg abzuhalten. Die Kaimauer wurde erheblich beschädigt, das Boot hat auch Schaden genommen, aber am Ende des Tages war zumindest niemand verletzt und das Boot, wie auch das Shuttleboot, schwammen noch. Ein Passagierschiff schaffte es, das HBI-Boot zum Hangar des Instituts zu schleppen. Ein langer, harter Tag für jeden von uns.

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24. Mai
Nachdem die Nachtschicht die Sequenz zwischen 80 und 116m Sedimenttiefe an der Bohrstelle GRADISTE dupliziert hat, ist diese Bohrstelle abgeschlossen. Wir haben mit den Vorbereitungen begonnen, um die Plattform an eine neue Bohrstelle vor PESTANI zu schleppen. Es kam jedoch mehr Wind auf und die Wellen wurden zu hoch, um die Plattform zu verlegen. Morgen starten wir den nächsten Versuch.

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23. Mai
Die Bohrloch-Vermesser beendeten ihre Arbeit in den frühen Morgenstunden. Starker Wind verhinderte allerdings, die Nachtschicht und die Bohrloch-Vermesser um 7 Uhr morgens von der Plattform abzuholen. Dies gelang erst gegen Mittag. Am Nachmittag stabilisierte sich das Wetter etwas und die Tagschicht begann mit einem neuen Bohrloch an der GRADISTE Bohrstelle. Die Sequenz zwischen 80 und 115m Sedimenttiefe soll dupliziert werden.

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22. Mai
Nachdem die Nachtschicht eine Kiessohle in 82m Tiefe bearbeitet hatte, wurden die Sedimente bis hinab in 112m Tiefe von Flachwasser-Facies bestimmt, die reich an Karbonaten und mit Torfschichten durchsetzt waren. Unterhalb dieser Tiefe folgten dunklere, feinkörnige Sedimente. Die Bohrung wurde bei etwas mehr als 120m gestoppt, da es Probleme mit der Wireline gab. Ferner haben wir keine seismischen Daten von den darunter liegenden Schichten, was eine wissenschaftliche Interpretation dieser untersten Sedimente schwierig machen würde. Die Bohrlochvermesser begannen mit der Vermessung des Bohrlochs 3C an der GRADISTE Bohrstelle am späten Nachmittag.

21. Mai
Die Nachtschicht stieß bei etwa 82m Sedimenttiefe auf Flachwasser-Fazien und -Kies. Durch ein technisches Problem musste das Bohrloch aufgegeben werden und es wurde ein neues an der GRADISTE Bohrstelle begonnen. Im Laufe des Tages wurde das erste Bohrloch dupliziert.

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20. Mai
Die Bohrung an der GRADISTE Bohrstelle geht weiter. Am Ende des Tages war die Nachtschicht bei 81m unter dem Seegrund. Überwiegend wurde Ton gewonnen, der aber auch mit einigen Sandschichten durchzogen ist.

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19. Mai
Die CERAVA Bohrstelle wurde in den frühen Morgenstunden abgeschlossen. Das Einholen der Anker, Schleppen der Plattform zur GRADISTE Bohrstelle und dortige Verankern wurde durch ruhiges Wetter begünstigt und dauert insgesamt acht Stunden. Die Plattform liegt nun direkt vor dem Hotel, was die Fahrten für die Schichten sehr kurz macht.

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18. Mai
In ca. 87m Tiefe haben wir im CERAVA-Bohrloch 2B eine Mischung aus Kies, Sand und vielen Schnecken- und Muschel-Fossilien gefunden, die von nicht versteinertem Sand und Kies unterlagert war. Tiefer als 90m konnten wir nicht weiter bohren. Also beendeten wir die Bohrung an der CERAVA Bohrstelle und begannen mit der Bohrloch-Vermessung.

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17. Mai
Sonnenschein und ruhiges Wetter am See unterstützen das Bohren an der CERAVA Bohrstelle, Loch #2B. Für die verbleibende Zeit hier werden wir vermutlich die Bohrlokationen ein wenig verändern, nach den Erfahrungen mit dem grobkörnigen Kies und Sand an den Bohrstellen DEEP und CERAVA. Die Vorbereitungen für die Bohrlochvermessung an der CERAVA Bohrstelle haben ebenso begonnen wie die für das Schleppen von CERAVA zur GRADISTE Bohrstelle.

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16. Mai
Guter Fortschritt in den obersten 70m der CERAVA Bohrstelle. Da uns die Liner ausgingen, mussten wir in England neue bestellen. Diese erreichten uns gerade rechtzeitig. Am Ende des Tages verhinderte eine massive Sandschicht das weitere Vorankommen unterhalb von 80m. Also startete die Nachtschicht mit dem zweiten Loch an der CERAVA Lokation. Der Sand stammt möglicherweise von Paleodeltas und Clinoforms, die in den seismischen Daten zu erkennen sind.

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15. Mai
Die Nachtschicht richtete die Plattform durch Nachjustieren der Ankerkabel über der Bohrstelle CERAVA aus. Wir können hier also mit dem Bohren beginnen.

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14. Mai
Die Bohrloch-Vermesser beendeten ihre Arbeit am Bohrloch 1F an der Bohrstelle DEEP in den frühen Morgenstunden des 13. Mai. Die Nachtschicht nahm die Rohre hinaus und bereitete die Plattform für das Schleppen vor. Die Tagschicht des 14. Mai begann, die Anker zu lichten. Es brauchte eine Weile, bis alle vier Anker frei waren, doch schließlich war zur Mittagszeit das Wetter auf unserer Seite und bei ruhigen Bedingungen waren alle Anker wieder an Bord. Rund fünf Stunden dauerte das Schleppen der Plattform von der Bohrstelle DEEP im Zentrum des Sees zur Bohrstelle CERAVA im südöstlichen Teil. Um 20.30 Uhr saß der erste Anker an der Bohrstelle CERAVA, der vierte Anker fasste etwa zwei, drei Stunden später. Um Mitternacht war die Plattform ca. 180m neben der angestrebten Bohrstelle, was aber noch über die Ankerwinschen korrigiert wird. Das war ein langer Tag, aber alle sind glücklich über die erfolgreiche Verlegung der Plattform und die neue Landschaft. Fünf Wochen lang hat das Team täglich die Umgebung der Bohrstelle DEEP gesehen.

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12. Mai
Das Bohrloch 1F wurde in den frühen Morgenstunden bei etwas mehr als 550 m Sedimenttiefe beendet. Nachdem die Nachtschicht (11./12. Mai) sehr gut voran kam und guten Ertrag hatte, hatte die Tagschicht erneut mit der Wireline zu kämpfen. Der letzte Lauf der Tagschicht und der erste Lauf der Nachtschicht in den Abendstunden zeigten Sand und Kies im Corecatcher und nur geringen Ertrag. Also entschieden wir, dass nun Zeit ist, das Bohrloch zu vermessen und die Bohrstelle DEEP morgen zu beenden. Das Wetter ist dieser Tage etwas unstetiger als Ende April, wir hatten etwas mehr technische Probleme in den letzten Tagen, aber insgesamt sind alle glücklich und etwas müde von den vergangenen Wochen. Da ist ein Erholungstag sehr willkommen.

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10. Mai
Der mazedonische Hafenmeister inspizierte heute die Plattform. Die Bohrung geht nur langsam voran und benötigt viele Säcke Bentonit. Nachdem die Nachtschicht auf der Plattform angekommen war, fiel das Hydrauliksystem aus, konnte aber nach fünf Stunden repariert werden. Um 23 Uhr wurde die Bohrung fortgesetzt.

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9. Mai
Wir schauen zurück auf einen Tag voller Herausforderungen. Am Morgen fiel zunächst der Anlasser des HBI-Boots aus, nachdem damit Bentonit zur Plattform geliefert wurde. Als wir den Starter in eine Werkstatt in der Stadt Ohrid brachten, stach Jess sich auf der Plattform mit einem Schraubendreher in die Hand. Die medizinische Untersuchung im Krankenhaus ergab, dass die Beweglichkeit seiner Finger durch ein Hämatom beeinträchtigt ist. Nach der Reparatur des Anlassers brachten wir Jess und den Anlasser zurück zur Plattform und dem HBI-Boot. Dort ging das Pech weiter. Die Wireline brach erneut und dadurch blieben die Rods stecken. Das HBI-Boot konnte repariert werden und verließ die Plattform um 23 Uhr. Die Rods kamen gegen 2 Uhr morgen wieder frei.

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8. Mai
Obwohl einige Gewitter uns zwangen, die Bohrung zu unterbrechen, sind wir wieder in einer Sedimenttiefe von 450m. Nun wird wieder Bentonit benötigt, das gestern gerade rechtzeitig geliefert wurde. Das Bohrloch-Vermessungsteam ist heute angekommen und hält sich bereit.

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7. Mai
Wir haben die Plattform neu positioniert und einen Oberflächenkern (Bohrloch 1E) gezogen. Dann haben wir mit dem punktuellen Bohren im Bohrloch 1E begonnen, um die letzten Lücken bis zu einer Tiefe von 420m zu schließen. Von dieser Tiefe bis hinunter zum Geröll werden wir versuchen, die Sequenz zu duplizieren. Einige Gewitter unterbrechen dieser Tage jedoch immer mal wieder den Bohrfortschritt.

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5. Mai
Die Bohrung wurde bei einer Sedimenttiefe von 568.92m gestoppt. Nachdem wir durch zunehmend groben und größer werdenden Sand und Kies gebohrt hatten, waren vier core bits nicht mehr zu gebrauchen. Da die Körnung zwischen 420 und 568 Sedimenttiefe insgesamt zugenommen hat, vermuten wir, dass wir noch tiefer keine weiteren gut geschichteten Seesedimente mehr finden werden. Es ist wahrscheinlicher, dass wir dort in die ersten Einträge aus den Anfängen des Ohrid See Bassins bohren.

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4. Mai
Die Wetterbedingungen und das Bohrequipment sind weiterhin auf unserer Seite - wir kommen tiefer. Der Bentonit-Verbrauch steigt von Tag zu Tag, weshalb wir ein bis zwei Mal täglich mit dem HBI-Boot zur Plattform fahren müssen. Wir hoffen, die aus Kies und Geröll bestehende Schicht zu durchbrechen und wieder schön geschichtete Seesedimente zu finden.

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3. Mai
Die Bohrung wird langsamer, weil die Stabilisierung des Bohrlochs immer wichtiger wird. Der Bohrerfolg ist sehr bescheiden, aber wir versuchen weiter, tiefer zu kommen. Das Bentonit geht uns aus, was ein Problem werden könnte, da in Mazedonien Osterferien sind.

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2. Mai
Ab jetzt brauchen wir eine gewaltige Menge Bentonite, um das Bohrloch 1D zu stabilisieren. Wir sind noch sehr optimistisch, tiefer als in den Löchern 1B und 1C zu kommen.

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1. Mai
Es gab einige kleinere Änderungen in der Zusammensetzung der Tag- und Nachtschicht der Bohrcrew. Ansonsten können wir berichten, dass die Bohrung läuft und läuft und wir uns der Sedimenttiefe der Bohrlöcher 1B und 1C erneut nähern.

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30. April
Ein großartiger Tag ohne irgendwelche Rückschläge und über 60 m gefüllter Liner. Auf dem Weg von der Plattform zurück wurde die Oberflächentemperatur des Ohrid Sees mit natürlichen Hautthermometern getestet und die Schwimmsaison für eröffnet erklärt!

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29. April
Letztlich sind die Bohrkerne sicher in Köln angekommen. Die Bohrung läuft gut. Das bedeutet viele Kerne und eine Menge Arbeit für die MSCL-Crew an Land.

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28. April
Nachdem wir einige kleinere Probleme in den Griff bekommen haben, geht die Bohrung am Bohrloch 1D weiter. Wir hoffen ein neues Brechen des Bohrkabels durch langsameres Bohren verhindern zu können. So kamen wir in den vergangenen 24 Stunden "nur" 75 m voran, womit wir jetzt eine Sedimenttiefe von 240 m im Bohrloch 1D erreicht haben. Das Wetter ist weiterhin brillant und so sind wir zuversichtlich, ein sehr gutes Ergebnis für die Bohrstelle DEEP zu erhalten. Da das Bohrloch 1C eine totale Abdeckung von > 92% hatten, haben wir bis jetzt 474m der insgesamt 480m langen Sedimentsequenz lückenlos erfasst. Wir hoffen, dass das Bohrloch 1D uns erlauben wird, noch tiefer in die Sedimente des Ohrid Sees zu schauen.

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27. April
Technische Probleme verzögern weiterhin den Bohrfortschritt. Dennoch ist die Stimmung auf der Plattform und an Land sehr gut. Dazu tragen die sonnigen Tage und die unglaubliche Landschaft bei.

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26. April
In den frühen Morgenstunden ist ein Keilriemen gerissen, weshalb die Bohrarbeiten gestoppt werden mussten. Ersatz zu beschaffen wird wohl den gesamten Tag in Anspruch nehmen. Erst die Nachtschicht wird wieder mit dem Bohren beginnen können.

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25. April
Bernd Wagner versucht, die Bohrkerne der Löcher 1B und 1C nach Ungarn einreisen zu lassen. Wir sind optimistisch, dass die erste Ladung Kerne Köln am Montag erreichen wird. Derweil läuft die Bohrung und im Labor die Vermessung der Kerne aus dem Bohrloch 1D weiter. Wir sind erneut bei einer Sedimenttiefe von 70 Metern. Heute wurden 1000m gebohrte Gesamtlänge erreicht. Aufgrund der anhaltenden Probleme mit dem Bohrkabel musste die Bohrung jedoch verlangsamt werden. Kurz was zum Wetter hier am Ohrid See. Heute war der erste Tag, an dem wir uns fürs Schwimmen im See entschieden. Bedauerlicherweise war nur die Lufttemperatur ausreichend hoch, um das zu tun.

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24. April
Die Bohrung des Bohrlochs 1D begann heute. Alles wie gehabt, wird der Kühlcontainer wieder aufgefüllt. Die Diatom-Experten kamen heute an den Ohrid See, um einen Blick auf die Sedimentproben zu werfen.

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23. April
Nach einem freien Tag sind nun mehr als 900 m Sediment auf dem Weg nach Köln. So haben wir wieder mehr Platz im Kühlcontainer. Der Plan ist, die Plattform an der Bohrstelle DEEP um weitere 20-30 m nach Norden zu verholen. Dort wollen wir eine dritte Sedimentsequenz gewinnen, die möglichst lang und vollständig sein soll.

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22. April
Während der Nacht beendete das Bohrloch-Vermessungsteam die Vermessung von Loch 1C. Obwohl es eine anstrengende Zeit mit kurzen Nächten war, ist das Team sehr glücklich darüber, das das Bohrloch stabil blieb und die Vermessung sehr erfolgreich verlief. Am Dienstag hat das gesamte Team einen freien Tag. Die Rohre und Werkzeuge sind aus dem Wasser genommen und bereits wieder geprüft. Morgen früh wird an der Bohrstelle DEEP mit dem Bohrloch 1D begonnen.

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20. April
Obwohl das Bohrkabel im letzten Bohrgang der Nachtschicht brach, konnte das Team das Werkzeug retten und den letzten Kern aus dem Bohrloch 1C an Deck holen. Damit wurde das Bohrloch 1C bei einer Sedimenttiefe von 479.59 m geschlossen. Insgesamt wurden ca. 960 m (2x 480 m) Sediment in 17 Tagen gebohrt. Mit der Tagschicht fuhr das Bohrloch-Vermessungsteam zur Plattform und begann mit ihren Vorbereitungen zur Vermessung. Jetzt ist Zeit, einige Instandhaltungsarbeiten an der Plattform und der Ausrüstung durchzuführen, für das gesamte Team, sich ein wenig zu erholen und den beachtlichen Erfolg, den wir in den vergangenen drei Wochen erreicht haben, ein bisschen zu feiern.

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18. April
Nach zwei weiteren Tagen mit freundlichem Wetter können wir einige erstaunliche Zahlen präsentieren. Um Mitternacht war die Nachtschicht bei knapp 380 m unterm Seeboden. In den vergangenen 24 Stunden haben wir 123.74 m gebohrt - nahezu lückenlos. Das gesamte Team macht hier einen hervorragenden Job und wir werden uns bewusst, dass wir ein Lagerungs- und Kühlungsproblem bekommen. Also planen wir jetzt, in der kommenden Woche schon einen ersten Satz Kerne nach Köln zu schicken, um hier Platz für die weiteren Wochen zu gewinnen. Wenn das Bohrloch 1C beendet sein wird, möglicherweise in einer ähnlichen Tiefe wie 1B (ca. 480 m), soll die Bohrlochvermessung stattfinden. Die Vermesser werden heute eintreffen, um für einen möglichen Start während des Wochenendes bereit zu sein.

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16. April
Ein weiterer sonniger Tag auf der Plattform. Einige geringfügige technische Probleme traten in den vergangenen Tagen auf der Plattform und am Shuttleboot auf. Die meisten davon waren schnell behoben, so dass der Bohrfortschritt nicht wirklich ins Stocken geriet. Nach der heutigen Tagschicht reichte das zweite Loch (1 C) bis in 170 m Tiefe. Wir beginnen, zu realisieren, dass wir ernsthafte Probleme mit der Kernlagerung und der Kühlkapazität bekommen, wenn wir in dem Tempo weitermachen. Aber wir werden auch dieses Luxus-Problem lösen. Irgendwie...

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15. April
Nachdem das Bohrloch 1B beendet war, haben wir die Plattform ca. 20 m nach Norden versetzt. Dort begannen wir mit dem Bohrloch 1C, um die Überlappungen und fehlenden Stücke zu bekommen. Nach einem Tag Bohrung und einigen kleinen technischen und wetterbedingten (Wind) Rückschlägen sind wir jetzt wieder bei 120 m Tiefe und optimistisch, während der Nachtschicht weiter zu kommen. Das Bohrlochvermessungsteam wird versuchen, am Wochenende noch mal hier zu sein, da die Chancen gut stehen, dass das Bohrloch 1C ziemlich schnell vermessen wird. Wenn das Wetter mitspielt.

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13. April
Am frühen Morgen fiel die Entscheidung, das Bohrloch 1B bei einer Tiefe von 480 m zu schließen. Die Sedimente waren in einer mehr als zehn Meter mächtigen Schicht sehr grobkörnig geworden und waren vermutlich eher glaziofluviatilen als lakustrischen Ursprungs. Wir wollten den Einsturz des Bohrloches und den möglichen Verlust des Bohrequipments verhindern. Deshalb werden wir nun mit einem zweiten Bohrloch beginnen und die Lücken bis zu dieser Tiefe schließen, bevor wir versuchen, noch tiefer zu kommen. Nachdem die Plattform etwa 20 Meter zur Seite verholt wurde, startet das Bohren wieder auf der Sedimentoberfläche. Dazu wird der hydraulische Kolbenbohrer (hydraulic piston corer) benutzt.

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12. April
Nachdem das Bohrgestänge frei war, war der Bohrfortschritt wieder gut. Wir sind bei einer Sedimenttiefe von rund 460 m, die wir in weniger als zwei Wochen gebohrt haben. Bis jetzt hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter. Die Kerne sind nun unterschiedlicher in ihrer Farbe und die Sedimente enthalten grobkörnigere Bestandteile. Bentonite ist jetzt der beste Freund des Drilling Teams. Das hält Kapitän Zoran vom Hydrobiologischen Institut in Ohrid auf Trab, der für den Nachschub zur Plattform verantwortlich ist.

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11. April
In einer Sedimenttiefe von rund 420 Metern wiesen Muschelfragmente in einem Kern auf Flachwasserbedingungen hin. Bereits in dieser Tiefe etwas unerwartet. Außerdem blieb das Bohrgestänge stecken und es dauerte drei Stunden, um es wieder frei zu bekommen. In der Zwischenzeit versucht das MSCL-Messungsteam an Land Schritt zu halten mit der großen Menge mit Sedimenten gefüllter Rohre. Das gelingt nur durch die Benutzung von mehr als drei Computern gleichzeitig.

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10. April
Nachdem die Nachtschicht großartige Arbeit geleistet hatte und bis auf 300 m hinab gekommen war, mühte sich die Tagschicht zunächst mit bescheidenem Fortschritt. Die Sedimente bestehen offenbar noch aus feinkörnigem lehmhaltigen Schlamm und sind jetzt sehr steif. Der sogenannte Alien wurde das dafür bevorzugte Bohrwerkzeug. Am Ende der Tagschicht war das Bohrloch über 320 m tief und der Bohrertrag wieder gut. Die ruhigen Wetterbedingungen dieses Tages trugen sicher zum Bohrfortschritt bei. Die Messwerte im Labor entwickeln sich ebenfalls gut. Die Zahl der Zick-Zack-Kurven an den Laborwänden nimmt deutlich zu.

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9. April
Die Vorbereitungen für die Bohrlochvermessung laufen, obwohl wir alle hoffen, dass die Bohrung in noch größere Tiefe fortgeführt wird. Wir warten auf wärmere Temperaturen, wie wir sie von den seismischen Untersuchungen hier am Ohrid See her kennen. Besonders für die Nachtschicht auf der Plattform würde das die Arbeit um einiges leichter machen.

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8. April
Während immer mehr Bohrkerne den Kühlcontainer füllen, versuchen wir mit der MSCL-Erfassung und der vorläufigen Beschreibung der Kerne Schritt zu halten.

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7. April
Um 00.01 Uhr wurde der erste Kern an Deck Ascelina Hasberg als Geburtstagsgeschenk vom Ohrid See gewidmet. Leider musste die Bohrung in den frühen Morgenstunden aufgrund des zunehmenden Windes gestoppt werden. Im Laufe des Tages wurden die Wetterbedingungen so schlecht, dass das Bohrrigg hinunter geklappt werden musste. Später am Tag erlaubte der geringfügig abnehmende Wind, das Rigg wieder aufzustellen. So musste das Bohrkabel nicht gelöst werden.

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6. April
Das war ein großartiger Tag mit ruhigen Wetterbedingungen. Bedauerlicherweise ist das Wetter aber dennoch recht instabil in diesen Tagen. Am Ende der Tagschicht waren wir bei ca. 160 m Tiefe. Wir mussten vom Piston corer (HPC) auf die Extended nose (XTN) wechseln, waren aber schon kurze Zeit später in der Lage, wieder den Piston corer einzusetzen. Das brachte uns gut voran.

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5. April
Der Kühlcontainer füllt sich mit Kernen. Am Tag steigerten sich Wind und Wellen bis zum Mittag derart, dass wir die Bohrung unterbrechen und bis 1 Uhr nachts warten mussten. Dann wurde die Tiefbohrung mit dem Extended Nose Werkzeug fortgesetzt. Dadurch nahm der Kern-Gewinn ab, aber wir sind dennoch bereits bei einer Sedimenttiefe von etwa 130 m. 

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4. April
Der bisher beste Tag. Nachdem die Nachtschicht bis zirka 30 m in die Sedimente des Ohrid Sees gebohrt hatte, genoss die Tagschicht einen wunderschönen Tag mit Sonnenschein und leichtem Wind und bohrte weitere 30 Meter. Wir sind nun also bei 60 Metern. Wesentliche Farbänderungen in den Kernen weisen wahrscheinlich auf die Veränderung von (den letzten?) Zwischeneiszeit- zu Eiszeit-Bedingungen hin. Dies lässt uns vermuten, dass wir jetzt die vergangenen ca. 140 000 Jahre erbohrt haben.

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3. April
Die Bohrung startete am Mittwoch und während der Tagschicht wurde ein 15 m Kern gebohrt. 

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2. April
Am Ende eines langen nassen und kalten Tages gelang Spud in. Nach zwei Versuchen, bei denen der Liner jeweils nur mit Wasser gefüllt war, enthielt der dritte 2,4 m Sediment. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, morgen an der DEEP Bohrstelle mit der 12-Stunden-Schichtroutine zu beginnen.

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1. April
Heute wurde die Position der Plattform angepasst, so dass wir jetzt 150 m von der angestrebte Bohrstelle entfernt im zentralen Teil des Ohrid Sees sind. Die Wassertiefe beträgt hier 250 m. Nach verschiedenen kleineren Modifikationen und Einstellungen der Ausrüstung sind Plattform und Bohrcrew bereit, zu starten und motiviert, das zu tun. Wenn das Wetter es erlaubt, wird morgen der erste Testlauf stattfinden.


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31. März
Nach einem langen Tag sind die Anker an der DEEP-Bohrstelle gesetzt. Die Morgenstunden begannen mit viel Regen und sehr ruhigen Bedingungen, so dass wir in der Lage waren, die Plattform mit dem Boot des Hydrobiologischen Institutes in Ohrid zur Bohrstelle zu schleppen. Als wir den ersten Anker setzten, kam sogar die Sonne raus. Als der zweite Anker vorbereitet war, ändert sich das Wetter jedoch plötzlich und ein starker Wind kam auf. Dieser ließ die Plattform ein Stück abdriften, was zum Einen eine Verzögerung mit sich brachte. Zum Anderen einige Probleme dabei, den dritten Anker an der vorgesehenen Stelle auszubringen. Schließlich wurde in den Abendstunden der vierte Anker platziert und die Plattform anschließend mit Hilfe der Winden bis auf 250 Meter an die DEEP-Bohrstelle herangezogen. So ist Morgen zwar noch etwas Arbeit zu tun. Aber wir sind glücklich, dass dieser wichtige Schritt in der Bohrvorbereitung fast erledigt ist.


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30. März
Am heutigen Samstag fand das Kickoff Meeting statt. Nachdem Bernd Wagner das komplette Team über die wissenschaftlichen Ziele und die Geschichte des Bohrprojekts informiert hatte, führten Ali Skinner und Beau Marshall (DOSECC Operations Manager) am Nachmittag in die Sicherheitsregeln an Bord der Plattform ein. Weitere Wissenschaftler trafen im Hotel Desaret ein: Dr. Katja Lindhorst (Universität Kiel, Institut für Geowissenschaften) und Dr. Hendrik Vogel (Universität Bern, Institut für Geologie). Im Laufe des Tages bekam das Team einen ersten Eindruck von den sich schnell ändernden Wetterbedingungen am Ohrid See. Während der Morgen noch schwachwindig und sonnig war, frischte der Wind am Nachmittag deutlich auf. So können wir für morgen nur hoffen, wieder ruhigeres Wetter zu bekommen, wenn die Plattform an der Bohrstelle DEEP verankert werden soll.


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29. März
Der verregnete Freitag wurde genutzt, um einige Hotelzimmer für die Büro- und Labornutzung einzurichten. Das Motorboot für den Shuttle der Bohrcrews zur und von der Plattform wurde in der Stadt Ohrid ins Wasser gebracht und auf dem Weg zum Hotel Desaret getestet. Neben abschließenden Arbeiten an der Plattform wurde ein Schlauchboot als Rettungsfahrzeug darauf platziert. 


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28. März
Am späten Donnerstagnachmittag erreichten die Wissenschaftler der Univerisität Köln den Ohrid See. Nach Schnee und Eis auf den österreichischen Autobahnen am Dienstag und der Fährüberfahrt von Ancona (Italien) über die Adria ins griechische Igoumenitsa, folgten weitere Stunden in den Autos. Am See angekommen besuchten die sechs Wissenschaftler zuerst die Plattform, die am Strand nahe des Basislagers aufgebaut ist. Sie waren glücklich, diese voll ausgestattet und auf dem See schwimmend zu sehen. Auch freuten sie sich, das DOSECC-Team zu treffen. 


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26. März
Am Dienstagmorgen starteten sechs Wissenschaftler der Universität Köln zu ihrer Reise an den Ohrid See. Sie werden den See am Donnerstagabend erreichen und das DOSECC-Team bei den abschließenden Vorbereitungen der Bohrung unterstützen. Das Basislager für die Bohrung ist das Hotel Desaret im Ort Pestani am Ostufer des Sees. In diesem Hotel wird das gesamte Team untergebracht sein und einige Zimmer als Laborräume nutzen. So sind erste Analysen an den Bohrkernen möglich. In einem am Hotel aufgestellten Kühlcontainer werden die Kerne kühl und dunkel gelagert.


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Die ersten Tage der Tiefbohrung werden sicherlich sehr arbeitsintensiv. Dennoch werden wir mit kurzen Tagesmeldungen und Wochenberichten über den Fortgang der SCOPSCO-Tiefbohrung berichten.

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